Big Rodsch - The Blog

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Big Rodsch

Leben, Lieben und Loslassen... Erfahrungen - Gedanken - Impulse

Einzigartigkeit und harte romantische Realität

ExperiencesPosted by Roger Bornhauser Tue, April 15, 2014 10:51:06

Das Leid brachte die stärksten Seelen hervor. Die aller stärksten Charaktere sind mit Narben übersäht.“

Khalil Gibran


Warum Deine Beziehungen und Begegnungen immer einzigartig waren – sind und sein werden…

Wir haben Angst, den einen Menschen oder die Beziehung zu verlieren oder haben es vielleicht schon. Gepaart mit der Vorstellung, nie mehr so einen Menschen zu bekommen und dass es auch nie wieder so sein wird wie es war, ist es für viele die Hölle oder zumindest einen panikbesetzten Gedanken wert.

Ist das wahr? Ja, tatsächlich. Und das ist eine gute Nachricht und keine Hiobsbotschaft. Wir wissen, dass Menschen, Begegnungen und Beziehungen immer einzigartig sind und sich ständig entwickeln und somit ständig die Chance da ist, auf etwas Anderes, vielleicht Besseres.

Erleichtert, anstatt das Vollbad in Wehmut

Als ich neulich an einem Platz vorbeilief, der mit einer wunderschönen romantischen Erinnerung verbunden ist, war ich erstaunt, nur einen kurzen Moment traurig zu sein, anstatt wieder ein „Vollbad in Wehmut“ zu nehmen.

Ich war überraschend erleichtert und ganz klar. Warum? Weil ich erkannt habe, dass dieser Platz für immer einzigartig und wunderschön sein wird, genauso wie die Lieder, die ich damit verbinde und dass ich sie in dieser Einzigartigkeit belassen kann.

Fantastische Realität

Dass der Mensch oder die Beziehung nicht mehr da ist, ändert nichts an der Tatsache, dass es ein fantastischer Moment mit dem Potential für die Ewigkeit war und dieser Ort oder dieses Lied für immer ein Magie und eine Geschichte für die Ewigkeit haben wird.

Und wenn ich ihn dort lasse, in seiner Einzigartigkeit und ihn wertschätze, haben viele andere Menschen, Lieder und Plätze die Chance, mit einer anderen genauso einmaligen Magie zu einer wunderbaren Erinnerung in meinem Herz zu werden. Bin ich ein Träumer? Nein, das ist harte romantische Realität.

Nichts bleibt gleich, selbst wenn Dein Beuteschema, Dein Beziehungsalgorithmus oder Deine Beziehungsdramen immer die gleichen scheinen, es ist immer irgendwie anders. Unromantisch ausgedrückt: Du bist Mensch, Du bist Materie und somit Energie, die sich verändert. Und das ist gut so, weil Du Dich trotz Deiner Einzigartigkeit immer weiterentwickelst. Machst Du es achtsam und bewusst, kannst Du Dir und den Menschen immer wieder neu begegnen und Du brauchst keine Angst mehr davor zu haben, etwas zu verlieren, weil Du weißt, es kann immer besser und noch besonderer werden. Du darfst es zulassen.

Einer der für mich beeindruckendsten Texte zum Thema Einzigartigkeit von Beziehungen stammt von Veit Lindau:


LIEBE RADIKAL.

Es gibt viele Ebenen von Beziehungen. Manche Menschen triffst du nur einmal im Fahrstuhl. Mit anderen hast du ein paar Mal guten Sex und das war es. Doch dann gibt es jene, die dir wirklich nah kommen werden. Du sehnst dich nach ihnen und gleichzeitig fürchtest du sie.

Mit echter Nähe ist es so eine Sache. Sie nimmt dich in einem Moment an die Brust ihres ozeanischen Friedens, um dir im nächsten Augenblick eine brennende Medizin in deine offenen Wunden zu träufeln. Wenn du glaubst, nackte Nähe wäre nur angenehm, wird sie dich enttäuschen. Denn einem anderen Menschen wirklich zu begegnen, bedeutet, in einen klaren Spiegel schauen. Nicht alles, was du darin siehst, wird dir gefallen.

Nähe ist das Tor zu einer Stille, die deinen Verstand (endlich) zum Schweigen bringt. Nähe ist das Feuer, in dem das kleine Ich zappeln und letztendlich sterben wird. Nähe ist der Arzt, der das Pflaster von deinen alten Wunden reißt, damit sie heilen können. Das alles ist unendlich kostbar. Nähe ist gut.

...........................................................................

Aus "Liebe Radikal", dem neuen Buch von Veit Lindau.



Vielleicht

Klar, können wir nicht immer auf Knopfdruck neue Magie und außergewöhnliche Momente und Beziehungen schaffen, doch zu wissen, dass Sie für uns in unendlicher Anzahl, Schönheit und Größe da sind und auf uns warten, macht mir große Hoffnung und mein Herz ganz leicht.

Da es besser nicht auf den Punkt zu bringen ist:

Die erste Lektion die ich über Liebe lernen musste war Geduld. Paolo Coelho

Oder

Die größten Augenblicke im Leben kommen von selbst. Es hat keinen Sinn auf sie zu warten. Thornton Wilder

Vielleicht sind diese großen Augenblicke auch „nur“ kleine Berührungen, kurze Blicke oder ein flüchtiger Kuss. Es darf natürlich auch Amors Pfeil und der große Bang sein. Ansichtssache und unsere eigene Entscheidung, welchen Momenten, Menschen oder Begebenheiten wir das Potential und die Magie für die Ewigkeit zuschreiben.

Egal wie Ihr es macht, folgt eurem Herzen.

Euer Big Rodsch




cr/ rb 2013





Gefühle und deine Verantwortung sie...

ExperiencesPosted by Roger Bornhauser Sat, March 29, 2014 18:49:42

Was ich hier schreibe sind persönliche Erfahrungen, Beobachtungen und Ansichten und sollen als Impulse dienen. Sie sind nicht als Belehrungen oder Wahrheiten zu verstehen. rb


Was faszinierend ist!

Der emotionale Schmerz nach einem Beziehungsende und die Art, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen, ist für mich schon immer etwas Faszinierendes gewesen. Die einen streichen den oder die Ex komplett aus dem Leben und damit jede Konfrontation mit Schmerz und Erinnerung. Die anderen, so aus den Augen der anderen, sind so pervers und stalken den oder die Ex auf jede erdenkliche Weise aus. Sei es im realen Leben, auf Facebook oder Twitter oder sie schauen sich noch monatelang immer wieder Fotos oder alte Nachrichten an, das für viele so nutzlos scheint, wie den Wetterbericht von 1953 zu lesen.


Intelligenter oder besser

Vorab, nichts ist für mich intelligenter oder besser. Es kommt darauf an, wie hoch die emotionale Ladung des einzelnen ist, wie weit er mit der Beziehung abgeschlossen hat und ob er die Zeit und vor allem die Kraft hat, sich mit seinem Schmerz auseinanderzusetzen.

Ich gehörte eher zu den letzteren und mein Verhalten erschien mir ziemlich dämlich und ich habe mich teilweise dafür selber verurteilt. Bis mir Wolfgang, ein weiser Freund sagte: „Übernimm Verantwortung für deinen Schmerz und projiziere ihn nicht auf die Menschen in deinem Umfeld oder ihre angebliche Schuld“.

Danke Wolfgang! Ich verstand es erst gar nicht, weil ich immer bereit war, meinen Anteil an der Beziehung zu sehen, sei es in ihrem Gelingen oder auch in ihrem Scheitern. Das half auch immer kurzfristig zu verstehen, was passiert war. Doch der Schmerz, die Trauer, die Wut und manchmal auch der Hass waren Monate später immer noch da – eingezäunt in einem emotionalen Gatter, aus dem er oft auch mal ausbrach, wenn ein Bild oder ein Lied alles zur Explosion brachte.

Was hat das jetzt aber mit "Verantwortung übernehmen" für den eigenen Schmerz zu tun?

ABER warum? In der Psychologie geht man oft davon aus, dass viele übersteigerten Ängste und emotionale Schmerzen, die durch scheinbar harmlose Ereignisse oder Anreize ausgelöst werden (wie z.B. durch Bilder, Texte oder Aussagen) einen frühen Ursprung haben, also diese nichts mehr mit der aktuellen Situation zu tun haben. Einfach gesagt, das Bild, die Person oder das Lied ist nur wie ein Eingabebefehl an ein altes Schmerztrauma, das dieses wieder aus dem Speicher hochfährt und uns in den damaligen Zustand versetzt, obwohl die aktuelle Situation gar nichts mehr damit zu tun hat. Achtung, das ist mein Verständnis dieses Phänomens.

Der Schmerz, den du durch eine Handlung oder ein Ereignis spürst, hat meistens nichts mit der aktuellen Situation zu tun, sondern löst nur die gleichen Gefühle aus. Vereinfachtes Beispiel, das meinem Verständnis geholfen hat:

Man verliert früh als Kind einen Elternteil oder einen geliebten Menschen; sei es durch Trennung, Wegzug oder Tod und man hat nicht die Möglichkeit, dies richtig aufzuarbeiten, um zu verstehen, dass es nicht die eigene Schuld war und es auch nicht möglich war, für dich als Kind, dies zu verhindern. Daraus können Glaubenssätze entstehen wie: Ich bin es nicht wert – Ich mache alles kaputt etc., die du verinnerlichst und die unterbewusst bei dir weiterwirken.

Später als Teenager oder Erwachsener können Trennungen oder Anzeichen eines Verlassenwerdens diesen emotionalen Schmerz wieder aufleben lassen. Angefangen in (vielleicht) unbegründeter (rasender) Eifersucht, Verlassensängsten oder auch in der Unfähigkeit Trennungen irgendwann verarbeiten zu können.

Das spannende ist, dass auch harmlose Ereignisse, wie das Zuspätkommen oder der Nichtanruf deines Partners eine leichte bis mittelschwere Panikattacke auslösen können und du stundenlang, schweißgebadet zu Hause wartest und du dir vorstellst, dass er oder sie gerade fremdgeht oder bestimmt gleich anruft und durch die Tür kommt und die Trennung verkündet.

Schon mal überlegt, dass…?

Schon mal überlegt, dass es vielleicht andere Gründe haben könnte, die nichts mit dir zu tun haben? Zum Bsp. Länger arbeiten ohne eine Möglichkeit, zu telefonieren, total vertieft in eine Aufgabe oder einfach mal kein Bock, weil derjenige einfach mit sich beschäftigt ist und seine Laune, aus Rücksicht und Liebe, dir als Partner, nicht zumuten möchte? Kurz, er weiß nicht, dass er dich trifft oder was es auslöst, geschweige denn will er, dass du leidest oder seelischen Schmerz leidest. Denk mal daran, wie oft du Sachen gemacht hast, die einen anderen Menschen verletzt oder gekränkt haben und diese Menschen dir eine Absicht unterstellt haben, die meilenweit von deinem Denken oder deiner Intention waren.

Trennungen und Beziehungsende

So hart es klingt: Auch die Unfähigkeit, nach einer gewissen Zeit eine Trennung bzw. das Ende einer Partnerschaft zu akzeptieren bzw. mit dem Leben vernünftig weiterzumachen, hat damit zu tun. Manchmal fühlt ein Partner früher, dass die Beziehung für ihn keinen Sinn mehr macht oder er sich anderweitig verliebt. Dieser Partner will den anderen nicht boshaft verletzen oder ihm Schmerzen bereiten. Er macht einfach einen für ihn logischen und ehrlichen Schritt.

Mein Schmerz oder meine Verletztheit rühren aus meiner Geschichte und meiner Interpretation der heutigen Situation und was ich über mich selbst denke. Der Satz von Robert Betz trifft es für mich:

NIEMAND kann dich verletzten, wenn Du es nicht selber schon getan hast.

Du Hure – Du Betrüger

Das heißt, der Satz: Du bist blöd. Du bist eine Hure oder ein Betrüger, verletzt dich nicht, weil er etwas mit der Wahrheit zu tun hat, sondern weil du so über dich denkst. Das heißt nicht, dass dich jemand so nennen darf oder man so miteinander reden sollte. Nein, ich möchte euch einfach einladen, einen Mechanismus zu verstehen und vielleicht das nächste Mal besser damit umzugehen.

Wie gehe ich mit dem Schmerz um? Was kann ich tun, um mich zu schützen?

Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, zu verstehen, dass wir alle, egal wie selbstbewusst und stark wir uns glauben, verletzliche Stellen haben und uns nicht vor allem schützen können. Wir kennen unsere wunden Punkte oft gar nicht. Und dann treten Menschen in unser Leben, denen wir unser Herz öffnen, auf die wir uns einlassen und plötzlich Ängste oder Gefühle in uns hoch kommen, mit denen wir gar nicht gerechnet haben. Für mich ist es wichtig, hier achtsam zu bleiben und für sich zu prüfen: Hat dieses Gefühl mit der aktuellen Situation zu tun, oder ist es etwas Altes? Realitätscheck.

Es ist vollkommen Ok, dass wir uns verletzt, ängstlich oder verärgert fühlen und dies auch ausdrücken, solange wir bei uns bleiben und nicht den anderen dafür verantwortlich machen. Wie gesagt, unser Partner weiß vielleicht gar nicht, dass er uns verletzt hat und wir ein Problem mit etwas haben, welches für ihn belanglos ist. Ich denke, es ist Ok, zu sagen: „Deine Äußerung oder dein Verhalten hat mich verletzt oder beunruhigt. Ich glaube nicht, dass du es mit Absicht getan hast.“

Eine der ersten Schritte in der Überwindung von Verletzungen, Angst oder Eifersucht ist die Annahme der Gefühle. Es ist in Ordnung, dies zu fühlen, auch wenn es einen manchmal in den Wahnsinn treibt. Das ist menschlich und du bist Mensch. Also alles ok.

Danach würde ich mir die Verletzungen anschauen und sie nicht übergehen (sowas lässt sich nicht ignorieren und kommt immer wieder). Vielleicht ist offensichtlich, woher die Verletzung kommt und es reicht, ihre Ursache zu verstehen und sie zu überwinden.

Sich bescheißen

Wenn Traumata oder Verletzungen jedoch so tief und so versteckt sind, dass sie gesunde Beziehungen und ein normales Leben schwer machen, ist es für mich sinnvoll, Unterstützung von außen zu holen. Es ist vollkommen natürlich und es gibt auch keinen Grund, sich zu schämen. Es tut gut, zu wissen, dass es noch mehr Menschen gibt, die das gleiche erlebt haben. Und es muss ja auch im persönlichen Umfeld niemand wissen. Es gibt genug anonyme Gruppen und Anlaufpunkte, die das möglich machen. Und selbst wenn ein „Fachmann für Gefühlszustände“ nötig ist, darfst du dir sicher sein, dass dies Ok ist. Weil er Menschen mit ähnlichen Tiefschlägen schon kennt und dich deswegen vielleicht auch überraschend schnell auf einen guten Kurs lenken kann.

Klar gibt ein Buch oder ein Internet Blog erste Hinweise und man fühlt sich verstanden. Doch oft reicht dies nicht, um dies zu überwinden, weil man sich selbst nicht reflektieren kann. Inwieweit etwas überwunden ist, und dann das Buch oder den Artikel zur Seite legt und sich gerne selbst „bescheißt“ und die Wunde dann beim nächsten Trigger überraschend aufreißt.

Zeit

Was für mich in der Überwindung von Verletzungen und Schmerzen wichtig ist – ZEIT.

Kein Mensch, keine Statistik oder Untersuchung hat mir vorzuschreiben wie lange ich trauere, wie sehr mich etwas zu verletzen hat oder wie ich etwas zu lösen habe. Manchmal reicht ein Satz oder eine Erkenntnis, manchmal sind viele Gespräche und Lektionen notwendig, um etwas zu überwinden. Es ist ein individueller Weg, es ist dein Weg. In Länge, Dauer und Strecke.

Kümmere Dich gut um dich, um deine Seele und alles was dich glücklich macht. Tue es hauptsächlich an allererster Stelle für dich, dein Herz und dann für die Menschen, die dir wichtig sind.

Für die, die nach uns kommen, müssen wir's erreichen,
ignorier'n wir die Zeit der Zeichen.
Geh' davon aus, dass mein Herz bricht…

Text Söhne Mannheims/ Geh davon aus

Denn was immer Ihr tut…

Folgt eurem Herzen

euer Big Rodsch

cr/ rb 2013




















Das Glück des Verlassenwerden

ExperiencesPosted by Roger Bornhauser Sat, March 22, 2014 23:09:49

Wenn uns etwas aus dem gewohnten Geleise wirft, so denken wir, alles sei verloren. Aber dabei beginnt doch nur etwas Neues und Gutes. Leo N. Tolstoi


Für
mich ist es vollkommen egal, wie lange wir um eine vergangene Beziehung trauern oder nachdenken. Wir sind traurig, wütend oder enttäuscht. Manchmal Monate, oder Jahre. Es darf dauern, solange es dauert und niemand kann uns vorschreiben, dass es lächerlich oder längst vorbei sein müsste. Menschen sind ein Teil unseres Herzens geworden und das können wir nicht wegschneiden wie braunes Stück vom Apfel. Die Trauer ist ein Teil von uns und gehört genauso dazu wie die Freude, die uns diese Beziehung bereitet hat.

Woran kann man erkennen, dass Du ein Beziehungsende verarbeitet hast oder wie weit Du bist. Ich rede bewusst nicht von Trennung, Verlust, weil es meiner Meinung nach noch genauer definiert, was zum Ende der Beziehung geführt hat, wie man es selbst bezeichnet und da lohnt es sich, noch genauer hinzuschauen.

Deswegen zurück zur Verarbeitung. Egal, wer es beendet hat, jeder ist mehr oder weniger traurig und denkt darüber nach, was passiert ist und stellt sich Fragen, klagt sich, die Welt oder den anderen an.

Für mich ein absolut normaler Prozess der gesund ist, wenn sich irgendwann die Erkenntnis einstellt, das Nichts hätte anders laufen können oder wir es hätten besser machen sollen.

Eine Schlüsselerkenntnis hatte ich durch einen Bericht über eine Patientin, die an einem Aneurysma gestorben ist, obwohl Sie kurz zuvor im CT war und dies nicht entdeckt worden war. Für mich hatte das den Anschein: Es war nicht zu verhindern. Das ist ein tragisches Beispiel, das für viele schwere Momente steht, die wir nicht erklären können.

Meine schönsten und besten Momente im Gegensatz dazu, hätte ich nicht so wunderbar planen oder vorhersehen können, wie ich sie nachher erlebt hatte. Eine gute Freundin von mir formulierte es humorvoll:

Willst Du Gott zum Lachen bringen, mach Pläne. Tanja D.

Du hättest nie offener sein müssen und weniger eifersüchtig oder dich mehr einlassen. Hätte es sein sollen und wäre es echt gewesen, von beiden Seiten, würdet Ihr jetzt noch Sterne zählen. Ganz einfach!

Die Zeit heilt nicht. Sie gibt uns einfach nur die Möglichkeit, die Dinge mit einem größeren Abstand zu sehen, um zu erkennen, es war nicht anders möglich. Umstände die ganz anders wahrgenommen wurden, sowie persönliche Entwicklungen und Reifeprozesse, die nicht weit genug entwickelt waren, um die Beziehung weiter wachsen und vertiefen zu können.

Das Ende und der Schmerz können einen aufwecken und erkennen lassen, dass noch alte Wunden geheilt werden müssen, die sonst immer wieder auf den bestehenden Partner oder die Beziehung projiziert werden und diese neue Liebe belasten. Das Ende einer Beziehung kann also zu etwas ganz Neuen Wunderbaren führen - vielleicht zu Dir selbst und einem neuen Gefühl für Dich, deinem Partner und dem Leben.

Zu Thema Verlassen und Neuanfang möchte ich mit euch ein Gedicht des Vordenkers David P. Pauswek teilen, dass es für mich traurig-schön auf den
Punkt bringt.


Am Abstellgleis

Ich bin nicht mehr sicher, ob ich dich haben wollte, wenn ich dich haben könnte, aber ich bin sicher, dass ich dich haben möchte, seit ich dich nicht bekommen kann.

Als ich dich hatte, war ich ein König und alle konnten das sehen. Seit ich dich nicht mehr habe, bin ich ein Bettler vor meiner eigenen Tür. Ich bettle mich selbst an, dich zu vergessen, aber ich gestatte es mir nicht, denn das Aufgeben ist mir ebenso fremd wie die menschliche Gattung.
So viele Leben wandle ich nun schon unter den Wahnsinnigen und habe sie doch niemals richtig verstanden. Ihre Art zu lieben ist mir fremd.
Ich begreife nicht, wie sie Oberflächlichkeiten als Hindernisse für das Lieben betrachten können. Ich begreife nicht, wie sie eine Person gegen die andere tauschen und dabei von Liebe sprechen können.

Alles, was ich weiß, ist, dass ich deine Stimme immer noch hören kann und das Feuer deiner Lippen immer noch auf den meinen brennt und mein Schoß immer noch in Flammen steht, wenn ich deine Bilder sehe, mein Herz einen Schlag auslässt, wenn ich deinen Namen vernehme, meine Träume dich immer noch rufen und meine Tage nicht mehr in jenen Farben leuchten wie damals, in jener kurzen aber heiligen Zeit unseres Beisammenseins.

Ich spiele mit dem Lächeln anderer Frauen und forme es im Geiste zu deinem Lächeln. Ich sammle ihre Bewegungen und werfe sie zusammen in der Hoffnung, sie würden zu den deinen. Ich vollbringe Heldentaten im Geheimen, weil ich möchte, dass nur du sie sehen kannst. Ich zähle die Tage, so als hättest du mir ein Datum für deine Rückkehr genannt. Ich warte an einer Haltestelle, durch die niemals mehr ein Zug fahren wird. Ich rufe ein Taxi und nenne eine Adresse, die ich nicht kenne.

Ich weiß, du hast mich verlassen, damit ich mich selbst finde, doch wo ich stets zu finden bin, das ist im Spiegel deiner Augen. Wenn ich also nicht bei dir bin, wo bin ich dann?

Text “Am Abstellgeleis“: David P. Pauswek, © 2012



Ihr seht, verlassen werden hat auch seine Poesie.

Folgt eurem Herzen.

Euer Big Rodsch






cr/rb 2013













Klarheit, Liebe und Fakten

ExperiencesPosted by Roger Bornhauser Wed, March 19, 2014 14:57:14

Fakten, Klarheit und manchmal Liebe schaffen, anstatt auf DAS Zeichen warten.

Oft habe ich bei mir, Freunden oder Menschen ein Phänomen beobachtet, das mir ziemlich anstrengend erscheint und einem mehr Schmerz und Zweifel beschert und auch Zeit kostet, anstatt eine Wahrheit auszusprechen: Das Warten auf – das Signal, den perfekten Moment oder das Zeichen, das Alles klärt oder „klar“ macht.

Bullshit! Wir leben tatsächlich in einer Zeit, in der wir uns von so vielen oberflächlichen Dingen stressen und ablenken lassen, dass wir gar nicht die Bewusstheit oder Aufmerksamkeit haben, Andeutungen, Signale oder den Wunsch in den Augen des anderen wahrzunehmen, geschweige denn diesen Wunsch darin abzulesen.

„Sie/Er muß es doch gemerkt haben, dass…“ oder „Er/Sie weiß doch, dass ich noch….“

Besser noch: „Ich kann erst anfangen, abschließen oder loslassen, wenn…“.

Alles Quatsch. Jeder von uns lebt in seiner eigenen Gedanken-, Gefühls- oder Ansichtswelt. Unsere Interpretationen sind zu 95% daneben, auch wenn Sie nah dran sind, weil wir glauben, den anderen so gut zu kennen und zu verstehen.

Für mich stellt sich auch oft die Frage: Wie sollen wir jemanden verstehen oder wissen, was er denkt, wenn die meisten von uns sich nicht mal selbst richtig verstehen und annehmen können?

In der Regel lieben wir diese Oberflächlichkeit, weil wir alle bequem sind. Die Wahrheit kann unangenehm sein oder uns daran erinnern, dass wir noch etwas tun haben, zu etwas stehen oder wie in der Liebe - sich auf etwas einlassen oder auch loslassen. Das kann weh tun, unangenehm sein und verlangt Entscheidungen und Handlungen. Warum zögern? Es können wunderbare Dinge geschehen.

Wir könnten uns doch im Positiven täuschen. Mal angenommen, du sprichst die Wahrheit aus! Ganz egal, ob Gefühle oder etwas anderes. Nach einer kurzen Phase der Überraschung oder des Erstaunens, was oft eine Wahrheit erzeugt, löst sich die ganze Situation zu unserem Wohlgefallen auf und vielleicht geschieht auch ein Wunder (was in unserem Vorstellungsdrehbuch gar nicht geschrieben war!) OH Überraschung!

Natürlich lässt die Wahrheit auch Illusionen, Erwartungen und Träume platzen, was uns aber auch die Chance gibt, dass wir uns neuen Träumen und Plänen zuwenden und nicht ewig in einer illusionären Warteschleife festhängen. Unser Leben und unsere Zeit sind so kostbar als dass wir warten und nichts tun.

Manchmal muss das Pflaster mit einem kurzen Ruck abgerissen werden, vielleicht tut es auch kurz weh. Aber wie schon mal beschrieben „…die Tiefe meines Schmerzes ist gleichzeitig die Höhe meiner Freude.“ Die Gegensätze machen die Fülle des Lebens aus.

Was ganz sicher dazu gehört ist MUT. Ja verdammt nochmal, man ist nicht nur mutig, weil man Leben rettet, aus Flugzeugen springt oder durch den Ärmelkanal schwimmt.

Für mich ist MUT, seine Liebe und seine Gefühle zu zeigen, sich verletzlich zu machen. Klar ist das ein Risiko, wie beim Poker ALL IN zu gehen. Doch man kann ganz viel gewinnen, vor allem die Gewissheit, alles in der eigenen Macht stehende getan zu haben, um dann geschehen zu lassen und zu wissen: „Ich habe meine Einladung ausgesprochen“ oder auch vielleicht dem anderen MUT zu machen und ihn einladen, sich selbst verletzlich zu zeigen. Klar kann man auch enttäuscht werden durch die Reaktion des anderen und die zerplatzte Hoffnung, vielleicht kann der andere auch nicht mit dieser Offenheit umgehen. Wichtig ist es nur, offen und mutig zu sich selbst zu stehen. Das tut gut und gibt mir immer das Gefühl, das Richtige getan zu haben. Ich kann es nicht beschreiben, ich habe mich immer besser gefühlt, die Wahrheit auszusprechen, Gefühle zu zeigen und ich wurde immer dafür belohnt. Und sei es nur mit der Gewissheit, alles getan zu haben.

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Vaclav Havel

Einer meiner Coachs und Vorbilder in Herzensdingen Veit Lindau, hat mir ein tollen Rat gegeben:

„Geh für und zu den Menschen, die Du liebst und zeige es Ihnen, das Leben ist kurz und unendlich kostbar!“

Für mich ist es zu einer echten Herausforderung geworden, Liebe und Zuneigung zu zeigen, die Wahrheit auszusprechen oder Fakten zu schaffen. Man weiß nie, ob man nochmal die Gelegenheit bekommt. Zeigt den Menschen, was Sie euch bedeuten und was ihr für sie fühlt – es tut sooooooo gut.

Die Zerbrechlichkeit der Seele ist ein Zeichen für Stärke und vollendete Freiheit.
Robert Betz

In diesem Sinne folgt eurem Herzen.

Euer Big Rodsch

foto cr rb/2013







Liebe und loslassen

ExperiencesPosted by Roger Bornhauser Mon, March 17, 2014 19:10:45

Hallo Freunde!

Manchmal bekommt man im Leben einen klaren Durchblick über Dinge, die man schon lange gewusst oder gespürt hat, nur nicht gefühlt. Für mich war so ein Satz „…wahre Liebe lässt frei!“

Klar, wenn man jemanden liebt, will man das Beste für Ihn. Dass Sie oder Er glücklich wird und Erfüllung findet. Was ist, wenn das heißt - ohne mich und vielleicht mit jemand anderem? Dies zu erkennen, loszulassen und seiner Liebe „Alles Glück der Welt“ zu wünschen? Natürlich heißt das auch, den anderen liebevoll und ohne Groll in seinem Herzen zu behalten und aufrichtig und ehrlich dem anderen sein Lebens- oder Liebesglück zu gönnen.

Mit oder ohne anderem Partner, vielleicht hat der/die Nächste eine größere Schnittmenge mit der eigenen großen Liebe oder eine besser Chemie; Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben und die uns von dem Dogma befreien:

Ich hätte etwas anders machen können oder besser.

Manchmal entwickeln sich Lebenswege auseinander oder das Tempo ändert sich. Dann ist es für mich wichtig, zu fragen: Können wir noch zusammengehen oder ist es besser sich gegenseitig freizulassen. Auch von den eigenen Erwartungen und Hoffnungen, von denen der andere gar nichts weiß und dessen Aufgabe es auch nicht ist, diese zu erfüllen.

Es heißt ja nicht, dass man sich nicht wieder begegnet und sich die Wege wieder treffen, sondern vielmehr geht es darum, zu erkennen, dass man manchmal eine andere Richtung gehen muss, um bei Sich anzukommen - und auch vielleicht dafür, sich vielleicht wieder zu begegnen.

Manchmal hat man auch gar nicht die Zeit für solche Überlegungen, Beziehungen wie auch Freundschaften enden ohne großes Vorspiel oder erkennbare Vorzeichen. Hier, denke ich, ist es wichtig, falls man keine Klärung bekommt, sein Herz zu fragen: „Ist es vielleicht an der Zeit gewesen? Waren wir ehrlich zu einander oder zu uns selbst und auch einfach damit aufzuhören, sich Fragen zu stellen, auf die man keine Antwort bekommt.

Ich glaube fest daran, wenn man loslässt und vertraut, liefert einem das Leben die Erkenntnis oder die Antwort von selbst und ich für mich habe oft im Nachhinein erfahren dürfen: Es war in Ordnung und perfekt wie Dinge gelaufen sind!

Denn jeder von uns hat schon mal von seinen Großeltern, Eltern gehört: „Kopf hoch! Du weißt nicht, für was es gut war.“ Was für mich viel wichtiger ist; mit dem Herz zu spüren und zu erkennen, wenn Liebe sich in Besitzen-Wollen oder Eifersucht umkehrt und man dem anderen nicht mehr vorbehaltlos Glück und Freude wünschen kann - auch ohne eigene Beteiligung. Ich arbeite auch noch daran, doch mein Ziel ist es mein Liebes- und Lebensmotto auch zu fühlen.

„Besser glücklich und erfüllt ohne mich als unglücklich mit mir…denn den anderen freizulassen heißt, auch mich selbst freizulassen, um mich für das Glück zu öffnen, das das Leben mir schenken will." rb

Frei nach Buddha und David Pauswek:

“Was du liebst, das lasse frei! Kommt es zurück, dann gehört es zu dir. Kommt es nicht wieder, dann sei dankbar für die Zeit, die es bei dir war. Segne es. Und lasse es los.“

Wahre Liebe lässt frei! Ich glaube daran.

In diesem Sinne - Folge deinem Herzen.

Euer Big Rodsch



foto cr rb/2013






Der Beginn

ExperiencesPosted by Roger Bornhauser Wed, March 12, 2014 19:23:22
Hallo Freunde!

Warum noch ein Blog? Keine Ahnung! Vielleicht um irgendjemanden zu erreichen, mich zu erreichen, Anstöße zu geben.
Hier geht es um eigene Erfahrungen, Erkenntnisse und Ansichten zum Thema Liebe, Leben und Beziehungen und Alles was uns im Inneren beschäftigt.

Liebevolle, erfüllende Gedanken und Erfahrungen - sowie die Schmerzhaften, die genauso zu unserem Glück gehören. Ich bin weder Psychologe, noch erhebe ich den Anspruch, erleuchtet zu sein. Ich liebe die Menschen und Ihre Vielfalt, den bunten Blumenstrauß der Erfahrungen, die wir machen, genauso wie die Dunklen und Leidvollen.

Die Tiefe meiner Traurigkeit ist die Höhe meiner Freude,
die Schwäche meiner Zweifel ist die Kraft meiner Entschlossenheit. rb

Akzeptiere ich meine Schattenseiten, akzeptiere ich mich.

Klar bediene ich mich auch mal Erkenntnissen, die schon bekannt oder vielleicht anderweitig publiziert worden sind - von Freunden, Vorbildern oder Vordenkern, die mich berühren.
Dazu gehören Menschen wie Robert Betz, Veit Lindau, Rüdiger Dahlke oder auch David P. Pauswek (Andersmensch) und vielen Anderen. Ich gebe mein Bestes, Quellen zu benennen.

Nichts hier soll den Anspruch auf Richtigkeit haben, jedoch auf die Echtheit und die Wahrheit meines Herzens. Ich freue mich über liebevolle, konstruktive Kritik genauso, wie über ein ekstatisches Lob.

Viel Spaß und folge deinem Herzen

Roger aka Big Rodsch







foto cr/rb 2013














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